Unter dem Titel „efemer" präsentiert das Künstler-Duo Amber and Gold am 25. April 2008 eine 24-stündige Musik-Performance im Rahmen des Donaufestival Krems
In einem von Thomas Herzig/pneumocell gestalteten, transparenten Iglu findet am 25.4.2008 beim Donaufestival in Krems die Uraufführung der Audioperformance efemer statt. Vier Musiker befinden sich darin und spielen einen Tag lang zu einer Klangmatrix, die aus einem auf 24 Stunden gedehnten Popstück besteht, improvisierte Musik.
Samstag den 5.3. um 22 Uhr Präsentation des efemer-Videos und des rekomprimierten (geheimen) Songs. Ab eben diesem Termin gibts das End-Video von efemer auch hier im Netz anzusehen (Rough Cut):
efemer Video ansehen (und anhören!)
efemer auf myspace
über efemer
Vier Musiker begeben sich auch eine 24-stündige Reise durch den musikalischen Mikrokosmos des Pop. Was dabei entsteht fällt allerdings nicht in diese musikalische Kategorie.
Ein Popsong wurde von seiner ursprünglichen Länge auf einen ganzen Tag gedehnt, so dass davon nicht mehr übrig bleibt als die Harmonien; alles qualvoll verlangsamt, jeder Beat durch ein gigantisches rallentando zertrümmert, jede Melodie im Scheinstillstand eingefroren.
Es kommt einer zeitlichen Mikroskopie gleich: Wenn man – wie bei einem zoom-in – die Musik drastisch verlangsamt, wird der Mikrokosmos hörbar, der sonst in der Normalgeschwindigkeit untergeht.
musiker
Der Mikrokosmos von efemer besteht aus vier Musikern, die in einem transparenten Igluzelt im Stadtpark Krems 24 Stunden lang zum gedehnten Playback improvisieren. Man sieht sie aber nicht nur beim Musik machen; man wird Zeuge ihres alltäglichen Lebens: schlafen, essen, Kommunikation. Es spielen:
Steve Amber: Schlagzeug, Percussion, Kontrabass, Bass, E-Gitarre, Klavier, Ugu Ugu, Gesang
Phil Gold: E-Gitarre, Keyboard, Bass, Schlagzeug, Percussion, Sampling
Markus Sepperer: Oboe, Englisch-Horn, Sampling
Christian Kapun: Klarinette, Bass-Klarinette, Keyboards, Synthesizer

konzept
Der Kerngedanke von efemer ist die Veränderung der Zeitlichkeit in der Musik.
Musik ist eine Kunst, die erst durch die Zeit hindurch funktioniert. Auch Film tut das, allerdings existiert im Film auch das Standbild als eingefrorenes Atom des gesamten filmischen Prozesses – in der Musik gibt es dies nicht. Sie IST erst Musik durch ihren Gang auf der Zeitgeraden.
Selbst der Sinuston, der vom Hörer als statisch, unbeweglich, leblos empfunden wird, ist in Wahrheit die Hörbarmachung einer mathematischen Funktion, auf deren x- Achse die Zeit als unaufhaltsames Kontinuum aufgetragen ist. Insofern verhält es sich in der Musik als körperloses Fluidum ähnlich wie mit dem zeitlosen Körper, dessen Dimension nur in der Größe variabel ist. Die Größe in der Musik ist folglich die Zeit als einzige Dimension, der sie sich wirklich unterwerfen muß.
efemer benutzt die Zeit(lichkeit) der Musik als Variable, mit der sich der absurde Gedanke einer musikalischen Mikroskopie realisieren lässt. Der Analogie von oben folgend, wäre die Zeit die Dimension, in der man ein Objekt – der Körper oder ein Musikstück – verkleinert oder vergrößert. Bei efemer etwa wird das Musikstück um das Verhältnis von 1:350 vergrößert.
kontakt
Stefan Frankenberger: steve(at)amberandgold.com
Philipp Hofstätter: phil(at)amberandgold.com
credits
Konzept & Realisation: Stefan Frankenberger & Philipp Hofstätter
Künstl. Mitarbeit, Inspizienz: David Guttner
Live-Kamera: Krisztina Kerekes
Videotechnik-Konzept: Roman Schmidseder, Daniel Binder
Architektur Iglu: Thomas Herzig www.pneumocell.com
Kostüme: Agnes Hamvas Mouche
Grafik Flyer: Gerda Gross
Fotos: Markus Sepperer
Vielen Dank an das Donaufestival-Team: Lisl Grand, Krisha Poplits, Alex Bossev, Thomas Zierhofer und Johannes Lugmayr (NÖKU)
